Publikation 2000
Kurzbeschreibung
Cover (Copyright Schulz-Kirchner) 
Ziel dieses Buches ist die Fundierung eines linguistisch und kognitiv-konstruktivistisch geprägten Sprachverarbeitungsmodells, das als Grundlage sowohl für natürliche wie maschinelle Sprachprozessierung dienen kann. Unter kritischem Blick auf Searles "Chinesisches Zimmer" und Dreyfus' Einwänden gegen die Künstliche-Intelligenz-Forschung sowie die (computer)linguistischen Modelle von Jackendoff, Bierwisch und Dahlgren wird ein für alle kognitiven Systeme tragfähiger Bedeutungs- und Informationsbegriff etabliert, der Ausgangspunkt für einen computerlinguistischen Ansatz ist, in dem Lexikon und Grammatik zu einer Gesamtheit verschmolzen werden: Das vorgestellte Modell basiert auf der Annahme, dass sprachliche Zeichen einen graduellen Übergang von einfachen lexikalischen bis hin zu komplexen symbolischen Einheiten formen, die dann über grammatische Schemata gebildet werden können, welche aber stets alle grammatischen Ebenen der Laut-, Form- und Inhaltsseite eines Zeichens einschließen.
Die linguistischen Erörterungen werden dabei von grundsätzlichen philosophischen Fragen nach dem Verhältnis von Mensch versus Maschine und deren kognitiven Kapazitäten geleitet: Welche Ontologie haben wir im Kopf, d. h. wie erkennen und kategorisieren wir die Welt? Welche kognitiven Grundfertigkeiten besitzen wir? In welcher Weise ist eine Maschine bewusst oder intentional und damit handlungsfähig? Darüber hinaus wird ferner eine eingehende Diskussion über konzeptuelle Grundkategorien wie z. B. Theta-Rollen sowie andere Elemente einer kognitiv orientierten Ontologie geführt.

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