Abstract "Dysgrammatismus und linguistische Erklärungsansätze"

Diese theoretische Untersuchung versucht die Frage zu klären, inwieweit (psycho)linguistische Erklärungsansätze im Gegensatz zu allgemein kognitionspsychologisch basierten Erklärungsmodellen zur Beschreibung und Begründung von Dysgrammatismus herangezogen werden können.
Hierfür ist zunächst eine Begriffsbestimmung vorzunehmen, die das Störungsbild des Dysgrammatismus kennzeichnet. Daran anschließend wird versucht, die Gründe für das Auftreten und Entstehen von Dysgrammatismus durch Vergleich verschiedener möglicher kognitiver, physiologischer, genetischer und/oder sozialer Ursachen zu ermitteln.
Im Detail werden schließlich drei (psycho)linguistische Erklärungsansätze vor dem Hintergrund der linguistischen These universalgrammatischer angeborener Prinzipien eingehender diskutiert und ein Vergleich mit allgemein kognitionspsychologisch basierten, konstruktivistischen Erklärungsversuchen angestellt.
Dabei wird deutlich werden, dass (psycho)linguistische Ansätze im Rahmen des Paradigmas der Generativen Linguistik sowie universalgrammatischer Prinzipien den konstruktivistischen vorzuziehen sind, weil offenbar eine genetische Disposition für das Störungsbild des Dysgrammatismus verantwortlich ist.


Abstract "Sprech- und Sprachstörungen bei Morbus Parkinson"

Obwohl die Kommunikationsfähigkeit bei Parkinson-Betroffenen generell nicht gestört ist, tauchen gerade in letzter Zeit neben Veröffentlichungen zu den typischen Begleiterscheinungen der Sprechstörungen in Form einer Dysarthrie immer wieder Veröffentlichungen aus dem Bereich der Neuropsychologie auf, die das Störungsbild des Parkinson-Patienten in Zusammenhang mit Sprachstörungen bringen.
Zu beantworten wird die Frage sein, ob es sich tatsächlich um Sprachstörungen handelt, die mit aphasischen Beeinträchtigungen zu vergleichen sind.
Zunächst muss jedoch eine klare Trennung zwischen den linguistischen Leistungen der Performanz und Kompetenz vollzogen werden. Die beobachteten Sprachstörungen sind beim Parkinson-Syndrom anhand dieser Trennung auf ein Performanzproblem zurückzuführen, das sich auf beeinträchtigte und begrenzte Aufmerksamkeit, Speicherkapazität des Kurzzeitgedächtnisses und Konzentration zurückführen lässt, so dass ähnliche aphasische Symptome wie Wortfindungsstörungen oder agrammatische Formen erklärt werden können.
Therapeutisch wertvoll hinsichtlich einer Sprechtherapie beim Parkinson-Syndrom ist das Lee-Silverman-Voice-Treatment (LSVT). Diese aus den USA stammende Methode stützt sich über relativ einfache Anweisungen darauf, alltägliche Kommunikation über Einüben der Lautstärke wiederzuerwerben bzw. zu trainieren.